HVOB (Huxley’s Neue Welt)

Konzertkritik: HVOB
Price:
43,20 €

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Rating:
3
On 25. Oktober 2025
Last modified:26. Oktober 2025

Summary:

Die Lichtshow hat's für mich gerettet, ansonsten hätte es sich für mich nicht gelohnt. Ich habe von anderen Gästen beim Rausgehen aufgeschnappt, dass sie ganz begeistert waren. Aber ich finde den Sound auf meinen Kopfhörern besser. Ob ich nochmal hingehen würde, mache ich von der Location abhängig.

Wie sich der heutige Act ausspricht, weiß ich nach wie vor nicht. Der Typ an der Konzertkasse meinte „Äitschwie-ohbie“, gefragt hatte ich nach „Hafau-obeh“, in meinem Kopf sind sie aber eigentlich „Hafobb“. Wie dem auch sei, trotz der Verständigungsprobleme habe ich noch ein Ticket bekommen.

An den Support hatte ich keine Erwartungen und wurde dennoch enttäuscht. Ich würde das mal als „Gebrauchstechno“ bezeichnen, ohne Melodie und Wiedererkennungswert. Das hätte komplett von der Konserve kommen können, einen Unterschied hätte man nicht feststellen können. Vielleicht bin ich von den Supports meiner letzten Konzerte zu verwöhnt, die größtenteils sogar noch einen gemeinsamen Auftritt mit den Hauptkünstler*innen hatten. Aber der Typ, der da heute am Mischpult stand, hätte auch der Praktikant eines Freundes des Barkeepers sein können. Bisschen mit dem Takt wippen, zwischendurch aufs Handy schauen, wie lange man noch muss, dann pünktlich ohne ein Wort von der Bühne verschwinden. Ich bin nicht mal motiviert, nach dem Namen zu recherchieren.

Schwamm drüber, bin ja wegen HVOB hier. Während meine letzten Konzerte sehr handgemachte, teilweise intime Performances mit Gitarren und lieblichem Gesang waren, gibt’s heute auf die Fresse. Das Wiener Duo, bestehend aus Anna Müller und Paul Wallner, macht unapologetischen Elektro der härteren Gangart. Meine Erwartung ist also, dass Gehörschutz Pflicht ist und das eine schweißtreibende Angelegenheit wird. Ich kann zumindest vorweg nehmen, dass sich beides bestätigt hat.

HVOB

Los geht’s mit „What they gave me“, das Leuten, die HVOB nicht kennen, einen Eindruck geben sollte, worum’s geht: In der Regel stampfende Vierviertel, dazu gelegentlich sphärische Flächen und relativ monotonen Gesang von Müller. Kann man mögen oder nicht, ich find’s geil.

Die Musik ist aber nur ein Teil des Tourkonzepts. Ein weiteres besteht in einer detailliert auf die Tracks programmierten Lichtshow mit Strahlern, LED-Wand und Strobos, die zu den Stücken eine entsprechd klaustrophobische Atmosphäre schaffen. Leider ist das ganze aber auch verdammt fotogen, weswegen zu großen Teilen Handys in die Höhe gereckt werden, um das ganze (gern auch als Video) einzufangen. Als Foto-Nerd komme ich nicht umhin, mich über die Noobs aufzuregen, die versuchen, eine so dermaßen auf horizontale Effekte optimierte Show hochkant aufzunehmen. Ebenfalls aufregen könnte ich mich über den Zweimetertypen vor mir mit zwei Bieren in der Hand, der mir mit seinen ausladenden Bewegungen und massivem Manbun (ja, sowas gibt’s noch) die Sicht versperrt. Was bin ich erleichtert, als der sich nach etwa der Hälfte auf Nimmerwiedersehen verzieht – war vielleicht doch ein bisschen zuviel Flüssigkeit.

HVOB

Leider trifft mein üblicher Kritikpunkt am Huxley’s auch heute wieder zu: Der Sound ist ziemlich matschig. Besonders gefreut hatte ich mich auf „Bruise“, das als letztes Stück vor der Zugabe kommt. Dessen stumpfer Beat, der mich an Rave-Titel aus den Neunzigern erinnert, kontrastiert ganz gut mit dem ziemlich deprimierenden Gesang. Leider ist das Stück heute aber so verdröhnt, dass es definitiv kein Highlight des Abends ist. Diesen Titel würde ich heute an „Home“ vergeben, das man aber auch kennen muss um zu wissen, wo sich die Feinheiten des Sounds befinden.

Was man auch nicht von diesem Konzert erwarten sollte, ist großartige Interaktion mit dem Publikum. Abgesehen von ein paar Ausrufen des Namens der aktuellen Stadt, um etwas Applaus zu bekommen, gibt’s nur Danksagungen an all die Personen, die an der Tour mitgewirkt haben. Für Spontaneität gibt’s im Konzept auch keinen Platz. Da die Show wie gesagt auf die Titel abgestimmt ist, wird jeden Abend die gleiche Setlist inklusive Zugaben gespielt.

Fazit

Die Lichtshow hat’s für mich gerettet, ansonsten hätte es sich für mich nicht gelohnt. Ich habe von anderen Gästen beim Rausgehen aufgeschnappt, dass sie ganz begeistert waren. Aber ich finde den Sound auf meinen Kopfhörern besser. Ob ich nochmal hingehen würde, mache ich von der Location abhängig.

3
Ticketpreis: 43,20 €

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