Jungle (Huxley’s Neue Welt)

Konzertkritik: Jungle
Price:
27,10 €

Reviewed by:
Rating:
5
On 16. Mai 2018
Last modified:2. Februar 2019

Summary:

Ein Zuckerli für Liebhaber der hochgradig tanzbaren Beischlaf-Einstimmung. Ich bin gespannt aufs neue Album.

Vor meinem mittlerweile dritten Jungle-Konzert hatte ich Bedenken, dass sich die Faszination in den unterdessen verstrichenen fast 4 Jahren verflüchtigt haben könnte. Das Ticket kaufte ich mir hauptsächlich, weil mein Konzertkalender dieses Frühjahr recht spärlich gefüllt ist. Zumindest haben die Londoner aber unterdessen ein paar neue Stücke lanciert…

Auch diesmal haben sie sich wieder einen Support mitgebracht, der in Sachen Materialveröffentlichung weiter ist als Jungle selbst. Die Britin Rae Morris versuchte allein auf der großen Bühne des Huxley’s das Publikum mit Singer-Songwriter-Elektropop aufzuwärmen. Ich kann ihr attestieren, dass sie sich gut zu Musik bewegen kann – ihre Musik selbst hat mich aber nicht angehoben. Ich hatte das Gefühl, dass sie durch Wumms versuchte auszugleichen, was an Seele fehlte. Kein Name, nach dem ich künftig Ausschau halten werde.

Der Beginn des eigentlichen Konzerts verzögerte sich ziemlich, zwischen Morris‚ Abtritt und den ersten Jungle-Takten verging mindestens eine Dreiviertelstunde. Das half nicht gerade, meine eingangs geäußerten Zweifel zu zerstreuen. Aber gut, irgendwann ging’s dann doch los mit bekannten Klängen des ersten Albums. Und nach wenigen Minuten war mir dann auch klar: der Sound besteht den Test der Zeit. Dies lag unter anderem daran, dass Jungle ihre Stücke etwas weiterentwickelt haben und man daher auch nicht behaupten kann, einfach nur die Platte vorgespielt zu bekommen. Gleich als zweites Stück wurde mein Favorit „Julia“ gespielt, womit ich für den Rest des Abends in den Bann gezogen war.

JungleIch würde von mir behaupten, dass ich ganz gut über Musik abnerden kann. So habe ich mich zwischendurch häufig dabei ertappt, wie ich versuchte zu analysieren, was eigentlich Jungles Rezept für einen Hit ist. Falsett-Harmonien gehören dazu, Off-Beat-Drops und stark synkopierte Basslines und Vocals ebenso. Ich bekam das Gefühl, die Masche zu durchschauen – und fand’s immer noch geil. Also wenn das kein Qualitätskriterium ist…

Zwischen so ziemlich dem kompletten Debütalbum wurde gelegentlich mal ein neues Stück gespielt. Die gerade abgeleitete Formel haben sie auch dabei befolgt, sie allerdings in Details noch etwas erweitert. Ich meine sogar, in einem Stück Passagen ohne Falsett gehört zu haben. Und in den aktuellen Musikvideos haben sie auch ihre früher sehr offensichtliche Reklame für einen bekannten Sportartikelhersteller runtergefahren.


Jungle – Happy Man on YouTube

Fazit

Ein Zuckerli für Liebhaber der hochgradig tanzbaren Beischlaf-Einstimmung. Ich bin gespannt aufs neue Album.

5
Ticketpreis: 27,10 €

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